Kennedy, Motorroller und die Beatles - 1963 ist ein großartiges Jahr, und Berlin ist voller kreativer Menschen. Im Hotel Kempinski plant eine Geschäftsfrau eine neue Nutzung des Brandenburger Tors. Aber Liebe und Geld werfen alle p...
„Hoffentlich spielen sie es so, wie es ist!“
Unter diesem kurzen Stoßgebet einer älteren Dame im Publikum, gerichtet an
ihre Sitznachbarin, gähnt ein philosophischer Abgrund.
Ja, wie ist es denn? Und was erwartet sie? ...
Ein deutsches Bilderbuch:
Menschen treffen sich in einer Kneipe. Es wird palavert, getrunken, getanzt, geträumt. von einer neuen Zeit, von Veränderung, vom Umbruch, der sich immer als Fata Morgana entpuppt.
Vom eigenen Leben, v...
Kennedy, Motorroller und die Beatles - 1963 ist ein großartiges Jahr, und Berlin ist voller kreativer Menschen. Im Hotel Kempinski plant eine Geschäftsfrau eine neue Nutzung des Brandenburger Tors. Aber Liebe und Geld werfen alle perfekten Pläne über den Haufen. Das neue Stück von Magma soll vor allem Spaß machen. Die 1960er Jahre bieten so vieles: Schlager auf den einen Seite, den kalten Krieg auf der Anderen. Magma hat beide Seiten in seinem neuen Stück, und dazu Verwechslungen, gefälschte Testamente und einen Koffer voller Geld, hinter dem alle her sind. "Alles für dich" feiert eine besondere Zeit, mit ihrer Mode, ihren Liedern und ihren Überzeugungen. "Alles für dich" feiert auch die Welt der kleinen Gauner und Trickbetrüger. Und das alles rasant und frech.
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„Hoffentlich spielen sie es so, wie es ist!“
Unter diesem kurzen Stoßgebet einer älteren Dame im Publikum, gerichtet an
ihre Sitznachbarin, gähnt ein philosophischer Abgrund.
Ja, wie ist es denn? Und was erwartet sie?
Ist es richtig so? Oder ist es falsch?
Ist es, wie es ist, so, wie es der Autor vor seinem geistigen Auge gesehen hat?
In unserer kleinen Versuchsanordnung sehen Sie
Faust 1, Gretchenszene, Seite neunundachtzig fortfolgende
Die Konstellation ist so einfach wie genial:
Ein Schauspieler, ein Regisseur, eine berühmte Szene der Theaterliteratur.
In rasantem Wechsel arbeiten sich die unterschiedlichsten Charaktere an der
“Kästchenszene” aus Goethes “Faust I”, Reclamheft, Seite 89, ff ab.
Hier gewährt Hübner tiefe Einblicke in das Bühnen- und Seelenleben von Theatermenschen und damit wohl auch ein wenig in seine eigenen Erlebnisse und
Erfahrungen als Schauspieler, Regisseur und Autor.
Humoresk, jedoch nicht ohne (Selbst-?) Ironie. Mal allerliebst naiv, mal zynisch und böse. Und dabei trifft Hübner stilsicher den Zungenschlag vieler Protagonisten auf Profi-, aber auch auf Amateurtheaterbühnen, ohne sie dabei vorzuführen.
Werden sie (unfreiwillig...?) zum Zeugen dieser kleinen Dramen, die sich so
oder so ähnlich tagtäglich auf deutschen Bühnen abspielen... zum Bespiel:
Die Anfängerin: "Guten Morgen, Herr Riedel, ich hab‘ da... ich hab da einige
Schwierigkeiten mit der Szene."
Der „Freud“-ianer: "Schon okay, du brauchst dich nicht vor mir zu erniedrigen,
bloß weil ich hier Regie führe, wir wollen uns ja kennenlernen, nicht wahr?"
Die Diva: "Herrgottnochmal, in diesem Kaff ein Taxi zu kriegen, scheint ja ein
Ding der Unmöglichkeit zu sein."
Der Streicher: "Alles schön und gut, aber zu lang, viel zu lang. Das hält nur auf."
Der alte Haudegen: "Sieh mal an, der Neippert ist gestorben. War bestimmt der
Magen. Kein schlechter Typ, sehr guter Posa gewesen bei Fehling, kleiner S-
Fehler."
Der Schmerzensmann: "Verschon mich mit der ganzen Theoriescheiße, der
Rezipient muss das nachher auch ganz unmittelbar aufnehmen. Wichtig ist, du
musst das fleischlich denken."
Und zu guterletzt, wohl überall präsent:
Die Hospitantin: "Ich hab‘ auch mal Theater gespielt. In der Schule. Dürrenmatt."
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Ein deutsches Bilderbuch:
Menschen treffen sich in einer Kneipe. Es wird palavert, getrunken, getanzt, geträumt. von einer neuen Zeit, von Veränderung, vom Umbruch, der sich immer als Fata Morgana entpuppt.
Vom eigenen Leben, von Frieden, von Rock´n´Roll, vom Wirtschaftswunder, Flowerpower, Freiheit, vom Aufbruch und von "Wenden" jeglicher Art.
Doch die neue Zeit ist stets die Alte. Nur Moden, Marotten und Moral wechseln. Irgend jemand schließt immer einen Pakt mit dem Teufel, und die Musik spielt weiter zum Tanz auf dem Vulkan.
Alle haben ihre große Stunde. Und alle zahlen dafür irgendwann einmal Ihre ganz persönliche Zeche.
Ein Rückblick auf eine Zukunft, die natürlich viel, viel besser werden muss...
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