Marinus Schöberl ist weg.
Ein Dorf. Vier Jungs. Ein Mord.
Aussagen, Eindrücke und Verdrängung.
Eine grauenvolle Tat ohne Motiv.
In einer Collage aus Interviews und Statements verdichtet Veiel dokumentarisch die Hintergründe der Tat, suc...
„Hoffentlich spielen sie es so, wie es ist!“
Unter diesem kurzen Stoßgebet einer älteren Dame im Publikum, gerichtet an
ihre Sitznachbarin, gähnt ein philosophischer Abgrund.
Ja, wie ist es denn? Und was erwartet sie? ...
Normalerweise gibt es da einen Regisseur, ein paar Kinder und ein ganz normales klassischen Märchen wie z.B. `Max und Moritz`.
Nicht so, wenn MAGMA Kindertheater macht. Denn hier ist alles "irgendwie anders": Da sind mit Jens und Angelina zwei er...
„Hoffentlich spielen sie es so, wie es ist!“
Unter diesem kurzen Stoßgebet einer älteren Dame im Publikum, gerichtet an
ihre Sitznachbarin, gähnt ein philosophischer Abgrund.
Ja, wie ist es denn? Und was erwartet sie?
Ist es richtig so? Oder ist es falsch?
Ist es, wie es ist, so, wie es der Autor vor seinem geistigen Auge gesehen hat?
In unserer kleinen Versuchsanordnung sehen Sie
Faust 1, Gretchenszene, Seite neunundachtzig fortfolgende
Die Konstellation ist so einfach wie genial:
Ein Schauspieler, ein Regisseur, eine berühmte Szene der Theaterliteratur.
In rasantem Wechsel arbeiten sich die unterschiedlichsten Charaktere an der
“Kästchenszene” aus Goethes “Faust I”, Reclamheft, Seite 89, ff ab.
Hier gewährt Hübner tiefe Einblicke in das Bühnen- und Seelenleben von Theatermenschen und damit wohl auch ein wenig in seine eigenen Erlebnisse und
Erfahrungen als Schauspieler, Regisseur und Autor.
Humoresk, jedoch nicht ohne (Selbst-?) Ironie. Mal allerliebst naiv, mal zynisch und böse. Und dabei trifft Hübner stilsicher den Zungenschlag vieler Protagonisten auf Profi-, aber auch auf Amateurtheaterbühnen, ohne sie dabei vorzuführen.
Werden sie (unfreiwillig...?) zum Zeugen dieser kleinen Dramen, die sich so
oder so ähnlich tagtäglich auf deutschen Bühnen abspielen... zum Bespiel:
Die Anfängerin: "Guten Morgen, Herr Riedel, ich hab‘ da... ich hab da einige
Schwierigkeiten mit der Szene."
Der „Freud“-ianer: "Schon okay, du brauchst dich nicht vor mir zu erniedrigen,
bloß weil ich hier Regie führe, wir wollen uns ja kennenlernen, nicht wahr?"
Die Diva: "Herrgottnochmal, in diesem Kaff ein Taxi zu kriegen, scheint ja ein
Ding der Unmöglichkeit zu sein."
Der Streicher: "Alles schön und gut, aber zu lang, viel zu lang. Das hält nur auf."
Der alte Haudegen: "Sieh mal an, der Neippert ist gestorben. War bestimmt der
Magen. Kein schlechter Typ, sehr guter Posa gewesen bei Fehling, kleiner S-
Fehler."
Der Schmerzensmann: "Verschon mich mit der ganzen Theoriescheiße, der
Rezipient muss das nachher auch ganz unmittelbar aufnehmen. Wichtig ist, du
musst das fleischlich denken."
Und zu guterletzt, wohl überall präsent:
Die Hospitantin: "Ich hab‘ auch mal Theater gespielt. In der Schule. Dürrenmatt."
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Normalerweise gibt es da einen Regisseur, ein paar Kinder und ein ganz normales klassischen Märchen wie z.B. `Max und Moritz`.
Nicht so, wenn MAGMA Kindertheater macht. Denn hier ist alles "irgendwie anders": Da sind mit Jens und Angelina zwei erfahrene SpielleiterInnen, die die vier Jungen und vier Mädchen zwischen acht und vierzehn Jahren dazu bringen, mit Hasenohren, Boxhandschuhen und Ringelschwänzen, schließlich sogar als Models über die Bühne zu fegen. Und diese Acht müssen gleichzeitig vierzehn Rollen verkörpern! Das ist ganz schön anstrengend! Aber auch lustig, sowohl für die Kinder auf, wie auch für die Kinder vor der Bühne. Na und wenn schon alles so anders ist, wie heißt dann wohl das Theaterstück? Logisch!
"Irgendwie anders" ist der Titel der mit dem Unesco-Kinderliteratur-Preis ausgezeichneten Vorlage von Kathryn Cave und Chris Riddell. Und die Piccolas geben Vollgas, damit diese freche Inszenierung am 19. April 2008, 15:30 Uhr auf die Bühne des Kulturhauses Spandau kommt.
"Irgendwie anders" ist die Geschichte von einem, der unbedingt gemocht werden möchte und dafür alles tun würde. Da er aber irgendwie anders als die anderen ist, lassen die ihn nicht mitspielen. So bleibt er ohne Freunde, bis er sich eingesteht, dass er nicht wie die anderen ist und jemanden findet, der auch anders ist... Bis es aber soweit ist, trifft er viele andere und versucht sich im Boxen, Tanzen, Rennen, Tennis und Modeln - und findet jedes Mal etwas mehr über sich heraus, bis auch für ihn sichtbar wird, was er ist: "Irgendwie anders".
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